Chiang Mai – Nachtfahrt, Localmarket und Mönche

Kurzentschloßen habe ich in Bangkog gleich um die Ecke eine nächtliche Busfahrt nach Chiang Mai gebucht. Am Reisebüro sollten wir abgeholt werden und tatsächlich kam auch eine Frau vorbei, die schon eine kleine Gruppe Backpacker zu Fuß dabei hatte. Sie schnappte sich mein Ticket und lief der ganzen Truppe eilig voraus. Wir trabten mit unserem Gepäck hinterher, holten in diversen Hostels noch weitere Gäste ab, und waren gespannt wie die Geschichte weitergeht. Als wir auf der Hauptstraße vor einem weiteren Hostel warteten lief ein junger Mann auf mich zu und rief „Free Hugs, Free Hugs“ drückte mich, und lief weiter. Ich rief ihm hinterher „Love, Peace, Happiness“. Es schloßen sich zwei weitere Backpacker der Gruppe an, und die Managerin vor uns trieb uns an „Come on, come on“. Die Gassen wurden enger und ich bemühte mich genau auf den Boden zu schauen, wo ich hintrete, weil auch Stufen und Löcher im Weg waren. Wir kamen tatsächlich wieder auf einer Hauptstraße raus und vor uns standen zwei Busse. Die Managerin zeigte auf den ersten und rief „Chiang Mai, Chiang Mai“. wir sammelten uns also vor diesem Bus und warteten darauf, daß die Tür aufging und wir einsteigen konnten. Aus irgendeinem Grund mußten wir warten. Dann tauchte eine weitere Dame auf, die das Gepäckfach öffnete und darin verschwanden die großen Rücksäcke. Wie ich hatten fast alle noch einen kleinen Rucksack mit dem wichtigsten Utensilien als Handgepäck dabei.
Der Bus war innen total bunt und hatte an den den Fenstern Girlanden an Stoff mit Bommeln die schon ganz schwarz waren. Ich setzte mich in Fahrtrichtung an einen Fensterplatz.
Geplant war um 18.00 Uhr abzufahren und um ca. 6.00 Uhr am morgen in Chiang Mai anzukommen. Auf dem Weg stoppten wir einmal um einzukehren.
Die Sitze waren sehr unbequem, aber es war nicht so schlimm, weil mich die Gespräche und Geschichten der Mitfahrer ablenkten.
Auf der gegenüberliegenden Gangreihe saß ein junger Mann, der seinen Wohnsitz in Deutschland aufgegeben hat und demnächst in Korea arbeiten wird. Hinter mir waren zwei Bayern aus Rosenheim und München die ein zweimonatiges Auslandsstudium in Bali hinter sich hatten. Trotz der interessanten Gespräche wurden wir irgendwann müde und arrangierten uns mit den Sitzen.
Gegen 6 Uhr morgens erklang die Stimme wieder „Chiang Mai, Chiang Mai“ – wir waren also da. Der Bus hielt an einer Tankstelle ein wenig außerhalb der Stadt. Dort standen schon einige Tuk-Tuks bereit. Wir nahmen uns zu 12. eines und fuhren in die Stadt.
Im Internet hatte ich vorab schon ein Guesthouse gebucht, und bat den Fahrer, der alle im Zentrum aussteigen ließ, mich noch über den Fluß zu bringen, wo das Guesthouse liegt.
Es war immer noch dunkel, als er mich aussteigen ließ, weil ich im richtigen Stadtteil war. Es gab eine Terasse vor einem Antikquitätenladen, auf der ein Tisch mit Bänken stand und ich überlegte mir, mich dort einfach hinzusetzen und zu warten bis es hell wird, da ich mit der Umgebung nicht vertraut war.
Ich entschied mich jedoch für die 2. Variante zu schauen, ob ich es finde. An einer Ampel hielt ein Tuk-Tuk an, dem Fahrer zeigte ich die Adresse und er wollte mich für unverhandelbare 100 Baht dorthin bringen. Ich ließ mich darauf ein.
Am Guesthouse war auch noch alles dunkel. Ich suchte und fand eine Glocke und läutete. Ein älterer Herr öffnete mir die Tür, meinen Namen kannte er bereits von der Buchung. Es war aber so früh noch kein Zimmer frei und so verwies er mich auf den Balkon auf dem eine Holzbank stand, auf die ich mich legen konnte.
Etwas später kam eine Dame, die sich auf dem gegenüber stehenden Stuhl setzte um zu lesen. Sie sprach mich an, und meinte, unten wäre der Besitzer auch schon wach. Ich traf ihn im Garten. „If you are hungry, you can go to the local market – straight – right and than left“. Oh das klang ja fantastisch.
Also ich dort hinkam bauten viele der Händler ihre Stände erst auf, und einige Mönche waren mit Schalen für Gaben da. Sie gingen durch den Markt und die Händler überreichten Ihnen mit einer tiefen Verbeugung diverse Waren und Speisen, die die Mönche dankend und betend entgegennahmen.
An zwei Garküchen versuchte ich mein Glück – ich wollte gerne etwas vegetarisches essen, aber dort gab es nur Gerichte mit Geflügel- oder Schweinefleisch. Bei der 3. Garküche hatte ich Glück und bekam Gemüse mit Reis für 30 Baht.
Ich machte mich unsichtbar und fotografierte das Geschehen an den Ständen. Zurück im Guesthouse warte ich nun selbst, wie die Geschichte weiter geht :-))

 

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