Chiang Mai – Nachtfahrt, Localmarket und Mönche

Kurzentschloßen habe ich in Bangkog gleich um die Ecke eine nächtliche Busfahrt nach Chiang Mai gebucht. Am Reisebüro sollten wir abgeholt werden und tatsächlich kam auch eine Frau vorbei, die schon eine kleine Gruppe Backpacker zu Fuß dabei hatte. Sie schnappte sich mein Ticket und lief der ganzen Truppe eilig voraus. Wir trabten mit unserem Gepäck hinterher, holten in diversen Hostels noch weitere Gäste ab, und waren gespannt wie die Geschichte weitergeht. Als wir auf der Hauptstraße vor einem weiteren Hostel warteten lief ein junger Mann auf mich zu und rief „Free Hugs, Free Hugs“ drückte mich, und lief weiter. Ich rief ihm hinterher „Love, Peace, Happiness“. Es schloßen sich zwei weitere Backpacker der Gruppe an, und die Managerin vor uns trieb uns an „Come on, come on“. Die Gassen wurden enger und ich bemühte mich genau auf den Boden zu schauen, wo ich hintrete, weil auch Stufen und Löcher im Weg waren. Wir kamen tatsächlich wieder auf einer Hauptstraße raus und vor uns standen zwei Busse. Die Managerin zeigte auf den ersten und rief „Chiang Mai, Chiang Mai“. wir sammelten uns also vor diesem Bus und warteten darauf, daß die Tür aufging und wir einsteigen konnten. Aus irgendeinem Grund mußten wir warten. Dann tauchte eine weitere Dame auf, die das Gepäckfach öffnete und darin verschwanden die großen Rücksäcke. Wie ich hatten fast alle noch einen kleinen Rucksack mit dem wichtigsten Utensilien als Handgepäck dabei.
Der Bus war innen total bunt und hatte an den den Fenstern Girlanden an Stoff mit Bommeln die schon ganz schwarz waren. Ich setzte mich in Fahrtrichtung an einen Fensterplatz.
Geplant war um 18.00 Uhr abzufahren und um ca. 6.00 Uhr am morgen in Chiang Mai anzukommen. Auf dem Weg stoppten wir einmal um einzukehren.
Die Sitze waren sehr unbequem, aber es war nicht so schlimm, weil mich die Gespräche und Geschichten der Mitfahrer ablenkten.
Auf der gegenüberliegenden Gangreihe saß ein junger Mann, der seinen Wohnsitz in Deutschland aufgegeben hat und demnächst in Korea arbeiten wird. Hinter mir waren zwei Bayern aus Rosenheim und München die ein zweimonatiges Auslandsstudium in Bali hinter sich hatten. Trotz der interessanten Gespräche wurden wir irgendwann müde und arrangierten uns mit den Sitzen.
Gegen 6 Uhr morgens erklang die Stimme wieder „Chiang Mai, Chiang Mai“ – wir waren also da. Der Bus hielt an einer Tankstelle ein wenig außerhalb der Stadt. Dort standen schon einige Tuk-Tuks bereit. Wir nahmen uns zu 12. eines und fuhren in die Stadt.
Im Internet hatte ich vorab schon ein Guesthouse gebucht, und bat den Fahrer, der alle im Zentrum aussteigen ließ, mich noch über den Fluß zu bringen, wo das Guesthouse liegt.
Es war immer noch dunkel, als er mich aussteigen ließ, weil ich im richtigen Stadtteil war. Es gab eine Terasse vor einem Antikquitätenladen, auf der ein Tisch mit Bänken stand und ich überlegte mir, mich dort einfach hinzusetzen und zu warten bis es hell wird, da ich mit der Umgebung nicht vertraut war.
Ich entschied mich jedoch für die 2. Variante zu schauen, ob ich es finde. An einer Ampel hielt ein Tuk-Tuk an, dem Fahrer zeigte ich die Adresse und er wollte mich für unverhandelbare 100 Baht dorthin bringen. Ich ließ mich darauf ein.
Am Guesthouse war auch noch alles dunkel. Ich suchte und fand eine Glocke und läutete. Ein älterer Herr öffnete mir die Tür, meinen Namen kannte er bereits von der Buchung. Es war aber so früh noch kein Zimmer frei und so verwies er mich auf den Balkon auf dem eine Holzbank stand, auf die ich mich legen konnte.
Etwas später kam eine Dame, die sich auf dem gegenüber stehenden Stuhl setzte um zu lesen. Sie sprach mich an, und meinte, unten wäre der Besitzer auch schon wach. Ich traf ihn im Garten. „If you are hungry, you can go to the local market – straight – right and than left“. Oh das klang ja fantastisch.
Also ich dort hinkam bauten viele der Händler ihre Stände erst auf, und einige Mönche waren mit Schalen für Gaben da. Sie gingen durch den Markt und die Händler überreichten Ihnen mit einer tiefen Verbeugung diverse Waren und Speisen, die die Mönche dankend und betend entgegennahmen.
An zwei Garküchen versuchte ich mein Glück – ich wollte gerne etwas vegetarisches essen, aber dort gab es nur Gerichte mit Geflügel- oder Schweinefleisch. Bei der 3. Garküche hatte ich Glück und bekam Gemüse mit Reis für 30 Baht.
Ich machte mich unsichtbar und fotografierte das Geschehen an den Ständen. Zurück im Guesthouse warte ich nun selbst, wie die Geschichte weiter geht :-))

 

Magical Mystery Tour Bus Nr. 53

O.K. den Tip sich in den Bus Nr. 53 zu setzen – irgendwo auszusteigen mußte ich natürlich auspobieren – China Town – Little India – Blumenmarkt – Khaosan Road – Tempel alles auf einer Route und das für 6,5 Baht, was ca. 25 Cent sind, was will der Mensch mehr?
Die Haltestelle ist mir ja schon von meiner Stadtreise neulich bekannt gewesen.  Also Kamera geschnappt und rein in den Bus. Ich setzte mich natürlich sofort an´s Fenster um gut fotografieren zu können. Den Platz vor mir nahm ein junger Mann ein, der mit mir ein Gespräch anfing. Es stellte sich heraus, daß auch er Grafiker und Freelancer ist, sich in Frankreich durchschlägt und auch schon öfter in Thailand war.
Wir tauschten Karten aus und werden uns auf Facebook suchen – an der DNX, die ja demnächst auf internationaler Ebene in Bangkog stattfindet war er sehr interessiert.
Wenn sie stattfindet bin ich aber wahrscheinlich noch im Norden unterwegs. Nachdem er ausgestiegen war, fuhr ich noch ein Stückchen weiter mit dem Bus bis der Chinamarktrubel wieder vor mir lag. Ich stieg aus. Bisher war ich noch ohne Frühstück und ich hatte mir vorgenommen dieses Mal wenn ich in Thailand bin das erste Mal eine Durian zu probieren.
Das ist die Frucht an der sich die Geister scheiden. Entweder man haßt sie, oder man liebt sie, hieß es immer. Ich habe auf einer früheren Reise den Geruch der Durian als so penetrant empfungen, daß ich sie nie probiert habe.
Heute sollte es aber soweit sein. Ich kam an einem Durianstand vorbei, an dem der Verkäufer die Trüchte frisch aufschnitt, proportionierte und verkaufte.
Dort versuchte ich mein Glück. Ich bat ihn im ein sehr kleines Stück zum testen, und er schnitt mir ca. eine halbe gewöhnliche Portion ab, für die ich 100 Baht bezahlte.
Erstaunlicherweise roch die Frucht kaum und schmeckte recht neutral. Klar kann man glauben, daß es eine Rolle spielt, wenn man sie zwischen den Reihen des Fischmarktes ißt. Auf jeden Fall verstehe ich heute nicht mehr, wo da das Problem sein soll.
Man lernt also nie aus….
Neben mir stand plötzlich ein Securityman, der mir eine Karte unter die Nase hielt. „Lucky Buddha, Madam?“ fragte er mich, was heißen sollte, ob ich in den Tempel will. Ich dachte mir: „Warum nicht?“ Gestern hat es mir im Wat ja gut gefallen, also sagte ich zu. Er setzte mich in ein Tuk-Tuk sagte zum Fahrer 25 Baht und der brauste los. Tja, so kann das gehen…
Am Tempel angekommen, löste ich eine Eintrittskarte für 20 Baht, und bekam zum Ticket auch noch Blumen und Raucherstäbchen. die Blumen legte ich zu allen anderen und die Räucherstäbchen zündete ich an.
Im Inneren des Tempels war ein Raum, mit verschlossener Türe, die mir von innen geöffnet wurde. in dem Raum befanden sich viele Buddhas und ein Mann, der mir sagte, daß hier Nichtbuddhisten eigentlich nicht rein dürfen.
Ich zelebrierte den Anblick, schoß ein paar Fotos, dann sprach er mich wieder an, und bat mich ihm gegenüber auf einem Stuhl Platz zu nehmen.
Er wollte wissen, was in Deutschland bzw. in Köln jetzt los ist, und war ganz fassungslos, daß dort solche Übergriffe wie an Silvester passiert sind.
Er könne sich nicht vorstellen, daß das in Thailand vorkommen könnte. Ich kann mir als  allein reisende Frau so etwas hier auch nicht vorstellen. Alle versuchen eigentlich eher mir zu helfen, oder sind einfach nur aufmerksam und freundlich.
Als Beispiel für die Überlegenheit des Buddhismus führte er mir die Funktion des Straßenverkehrs vor. Alles läuft chaotisch ab, funktioniert aber gut, und keiner flippt aus. Stimmt trotz aller undurchsichtigen Regeln hört man sehr selten Autohupen. „Buddhism is very peaceful“ führte er aus. O.k. das kann ich absolut unterschreiben. Mädels – ran an die Rucksäcke – hier kann man auch alleine wirklich sehr gut reisen :-),

Two more Nights in Bangkog…

Die Verhandlungen mit Mimi der Vermieterin dieses schönen Gästehauses laufen – ich möchte hier gerne noch ein bisschen verweilen, sie gibt mir „Two more Nights in Bangkog“.
Vor Antritt der Reise habe ich überlegt gar nicht erst in Bangkog zu bleiben, sondern gleich weiter in den Norden zu reisen. Ich freue mich, daß ich Bangkog eine 2. Chance gegeben. Es diesmal total frei zu erleben und nicht an den diktierten Plan einer organisierten Reisegruppe gebunden zu sein fühlt sich sehr gut an. Der Rhytmus meines Körpers hat sich noch nicht auf die 5 Stunden Zeitverschiebung eingestellt und aufzustehen und zu schlafen wie es mein Körper braucht ist entspannter, als einem fest organisiertem Zeitplan folgen zu müssen. Ich bin sehr ausgeglichen und glücklich. Bestimmt habe ich diesmal weniger der Touristenattraktionen gesehen, aber dafür mehr persönlich erlebt.
Gestern habe ich auf einem Spaziergang hier in der Umgebung der Khaosan Road den großen Wat entdeckt. Harmonische Gesänge und Musik zogen mich an, und an Blütenkettenverkäufern ging ich auf den Tempel zu.
Meine Schuhe stellte ich neben all die anderen und ging barfuß in den Saal des großen Tempel.
Zwei überwältigend große Buddhas, die eingesäumt von anbetenden Figuren gesäumt waren füllten den Raum mit Andacht und Stille.
Ich setzte mich ganz nach hinten, hörte zu und genoß die wunderbar friedliche Atmosphäre.
Ein paar junge Japanerinnen veranstalteten ein kleines Fotoshooting und setzten sich in betender Haltung einmal links und einmal rechtsrum in Pose. Sie achteten darauf trotzdem am Boden zu bleiben und robbten vor den großen Buddhas hin und her. Ich stellte mir vor, wie der Buddha über unsere menschlichen Eitelkeiten lacht.
Nach einer geraumen Zeit verließ ich die friedliche Atmosphäre und ging hinaus. Der Tempel konnte rundrum umwandert werden. Überall waren Figuren und kleine, meditative Nischen.
Auch ich suchte mir einen Platz und schrieb.
Zurück auf der lauten Straße blieb dieses Gefühl der inneren Ausgeglichenheit und ich begann das Stille Lächeln der Thais zu verstehen.
Heute werde ich mich auf die Weiterreise vorbereiten – morgen geht es mit einem Bus mit 35 weiteren Personen nach Chiang Mai. Das kann ja lustig werden….

Reiseführerinnen aus dem Nichts

Der Morgen begann mit dem Knurren des leeren Magens. Lange hatte ich geschlafen, und mein Körpers hatte die 5 Stunden Zeitverschiebung noch nicht umgestellt.
Direkt um die Ecke gibt es eine Straße mit vielen Läden und Bars. Auf dem Flughafen in Bangkog hatte ich nur 50 Euro gewechselt von denen ich mein Zimmer und das Taxi bezahlt hatte. Den Rest gab ich gestern abends für Essen und Trinken aus. Ich wollte mir zwar in der Nacht noch etwas holen, brach den Vorgang am Bankautomaten dann aber ab, weil die Führung durch die Menüs nur in Thai war, und ich mir über die Bedeutung der Schriftzeichen nicht im klaren war.
Also ging ich noch einmal zu dem Automaten und bat den Banker am Schalter mir bei meiner ersten Abhebung zu helfen. Es ging alles ganz einfach, und ich schob den Quittungszettel auch gleich ein, weil ich beim kostenlosen DKB-Konto alle Auszahlungsgebühren komplett zurückbekomme und so also weltweit kostenlos Geld abheben kann. Auf dem Weg lagen auch einige Ausflugsvermittler bzw. Reisebüros. Ich konnte ein Gefühl dafür entwickeln, welche Preise in etwa für welche Ziele verlangt werden, wenn man hier bucht.
Ich kam an einer Bar vorbei, aus der köstlichst der Duft von warmer Kokosnuss mit Ginger und Lemongras stieg. Oh, hier war ich richtig!
Eine nette Thai kam gleich mit der Karte auf mich zu, und wir einigten auf eine warme Kokossuppe mit Reis. Sie schmeckte so fantastisch wie es hier duftete! Voller Dankbarkeit fühlte ich mich einfach glücklich und ich bekam Lust Bangkog weiter zu entdecken. Also mutig einfach rechts in eine kleine Gasse abgebogen und dann stand ich direkt vor einem Stand an dem frischer Granatapfelsaft gepreßt wurde. Gekurbelt mit der Hand – liebend gerne ließ ich mir hier ein Glas schmecken.
Die Stände zogen mich immer weiter und weiter und aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen sprachen mich immer wieder Wahrsager an, die mir die Zukunft lesen wollten. Ich winkte Ihnen zu und zog weiter, nachdem ich Ihnen ein „God bless you“ zurief. Einer war hartnäckig und folgte mir, er sprach mich an, und sollte mir den Namen meines „Gentleman“ meiner Mutter und meinen Lebenstraum verraten, da mir all diese Angaben bekannt sind, war ich daran eigentlich nicht interessiert. Er wünschte mir viel Glück und ich ihm Gottes Segen und unsere Wege trennten sich wieder. Am Ende der Gasse fiel mir ein sympathischer Stand mit gekühlten Kokosnüssen auf. Der nette Thai öffnete sie wesentlich geschickter, als ich das zu Hause immer mache und reichte sie mir lächelnd mit einem Strohhalm. Ich setzte mich auf einen Stuhl vor dem Stand und ließ sie mir beobachtend und genießend schmecken. In der Tiefe meines Herzens war ich mir wieder dankbar für die Entscheidung diese Reise zu unternehmen.
Nach zwei oder drei weiteren Gassen, die ich willkürlich links oder rechts abbog stand ich wieder auf der Hauptstraße. Von hier aus, waren es über die kleine Brücke nur noch ein paar kleine Schritte zum Guesthouse zurück und ich beschloß zurück zu gehen und ein wenig zu schreiben.
Das Macbook war frisch geladen, da mir das Glück hold war und sich in meinem Zimmer 3 Steckdosen befanden, die ohne Adapter auch die Akkus der Kameras luden.
Der Innenhof war sehr ruhig und außer mir schienen alle unterwegs zu sein. Für Kaffee oder Tee gab es immer heißes Wasser und ich bereitete mir einen Kaffee zu und setzte mich auf einem Liegestuhl in die Sonne.
Durch die Türe schritten zwei Frauen, die mit der Vermieterin sprachen. Eine sah mich an, und fragte: „You write a letter for me?“ ich antwortete „Yes, if you want to read what I write“ Sie lachte und sagte: „I give you my Adress“.
Sie setzte sich neben mich und fragte „Where you come from?“ „Germany, South-East Bavaria“ war meine Antwort. „Ich komme aus der Schweiz“ erzählte sie mir, und wir wechselten zu Deutsch. „Es ist sehr ruhig hier, wohnst Du hier?“ richtete sie die Frage an mich. Im Laufe des Gesprächs stellte sich heraus, daß die beiden mit Unterbrechungen schon Jahrzehnte immer wieder in Thailand sind und auch immer daran interessiert neue Plätze zu finden. Ich schlug vor, Ihnen einfach einmal mein Zimmer zu zeigen. Sie erzählten mir von Ihrer Unterkunft, und daß sie vor hätten heute nach China Town zu fahren. „Kommst mit?“ fragte sie mich und natürlich war ich sofort startklar. Für diese Entscheidung mußte ich nicht einmal eine Münze werfen.
Wir schlängelten uns wieder durch neue, schmale Gassen schritten über eine etwas größere Brücke und waren nun an einer Anlagestelle für das Riverboot angekommen. „Du mußt ganz schnell sein und wir müssen uns nach vorne durchdrängeln, damit wir auch richtig wieder raus kommen“ erzählten sie mir. „Halte 6,5 Baht bereit, das ist der Preis für die Fahrt“, wurde ich angewiesen und nebenbei konnte ich mit in den Plan von Bangkog schauen, den sie dabei hatte.
Das Boot war total voll und es kam niemand um zu kassieren, weil vermutlich auch keiner durchkam. Vor unserem Ziel versuchten wir so gut wie möglich zum Ausgang zu kommen und stiegen dann aus. Nun waren wir wieder auf einer Straße von der aus wieder eine kleine Gasse voller Läden und Stände abging. Am Eck lagen an einem Essensstand Kochbananen auf einer heißen Platte und ich wollte unbedingt eine probieren. Die liebe Thaifrau freute sich anscheinend genauso wie ich und wir tauschten lächelnd Banane und Geld aus.
„Halte Deinen Rucksack immer vorne“ warnte mich Ursula, das war die Frau, die mich als erstes angesprochen hatte. „Es ist gefährlich hier“. Meine Hände jonglierten mit Banane, Kamera und Rucksack vorne. Eine gewisse Geschicklichkeit habe ich mir auf Reisen in dieser Beziehung schon zugelegt und so war ich in meinem Element.
Gewürze, Tees, Garküchen aller Art, Meeresfrüchte, Katzen die dazwischen hin und her liefen und eine Unmenge an Menschen ballten sich zu einem kunterbunten, quirligen Durcheinander. Was am aller unglaublichsten war, waren die Roller, die sich dazwischen einen Weg bahnten, und so mußten auch wir immer wieder nach links oder rechts ausweichen.
Vor meiner Abreise hatte ich meinen Geldgürtel nicht mehr gefunden und als Notlösung während des Flugs meine Reisepapiere in einem Hängebeutel um den Hals gebunden.
Dabei fühlte ich mich aber sehr unwohl, weil es zu einfach ist einfach die Schnur, die um dem Hals liegt abzuschneiden und mit einem Griff könnte man meine Dokumente klauen.
Rechts neben mir war ein Laden der voll mit Täschchen, Taschen und auch solchen Umschnallgürteln war, wie ich einen brauchte. Ursula und Romi begutachteten mit mir das Angebot in den unterschiedlichsten Farben und Formen.
Ich suchte mir eine Variante in blauer Farbe und mit vielen Reißverschlüssen aus, Ursula fand für sich eine rote Variante. Die Verkäuferin machte uns einen guten Preis, und miene geliebte Canon G12 bekam auch ein kleines, neues Täschschen. Wir gingen weiter, und sie erkundigten sich wieviele Kilo ich für den Rückflug noch frei zur Verfügung hätte für Tee usw. Nachdem sich das bei mir um ca. 20 Kilo handelt berieten sie sich, was sie alles mitnehmen würden und ich hörte aufmerksam zu.
Ein Stand mit einem Riesenangebot an grünem Tee ließ mein Herz höher schlagen und ich versprach mir selbst gegen Ende der Reise noch einmal hierher zu kommen und mich zu informieren, was ich mitnehmen darf.
Romi und Ursula erzählten mir vom Geheimnis vom Bus Nr. 53. „Du kannst überall einsteigen, der fährt im Kreis durch ganz Bangkog. Schau Dir Tempel an, den Blumenmarkt, der so gut riecht und den Tempel. Schreib Dir den Namen des Tempels in Thai auf, damit man Dir helfen kann, den Weg zu finden. So kommst Du auch immer wieder gut zurück.“ Was habe ich für ein Glück, diese beiden lieben Menschen kennen gelernt zu haben. Fast ihr ganzes Leben waren sie auf Reisen, aber bei der ersten Reise, wollte Romi schon nach einem Jahr wieder nach Hause, erzählte mir Ursula. Ich war beeindruckt. Kaum zu fassen, nach einem Jahr schon wieder heim? Lachend tauschten sie noch ein paar Geschichten aus, und schon war der Bus da, der uns alle drei mitnahm nachdem wir einmal vor und wieder zurück gelaufen waren, weil nicht ganz klar war, wo er stehen blieb.
Ich durfte am Fenster sitzen und Fotos machen. Den Blumenmarkt sah ich und auch den Tempel. Wir fuhren wieder über einen Fluß und die Sonne stand wie ein roter Ball am Horizont.
Zurück im Guesthouse schrieb ich ein bißchen an der Geschichte des vorherigen Tages. Das Internet brach immer wieder zusammen, und an meine Ohren klang Jimmy Hendrix-Sound. Aha – ein Wink des Schicksals! Ich schnappte meinen Schlüssel und folgte den Tönen und stand dann vor der lustigen Bar, die mit dem Schild „Daily Soup – Wine“ auf sich aufmerksam machte. Die Liveband war gut, und es saßen Thais und Touristen bunt gemischt durcheinander. Der Barmann bot mir einen Platz an, und ich ließ mich nieder und bestellte ein Singha-Bier.
Es war kühl, erfrischend und der Sound der Band erfüllte mich mit heimischen Gefühlen. Ich war wieder froh, glücklich und dankbar hier sein zu dürfen.
Es war für mich auch überhaupt kein Problem mehr durch die dunkle Gasse zurück zu gehen und ich kam gut im Guesthouse an. Ich mag dieses Land und die Menschen.

Abflug !!!!

Streßig waren sie die letzten Tage. Für einige Kunden habe ich noch Aufträge fertiggestellt, Daten für den Onlinezugriffe bereit gestellt und natürlich hielt mich die Frage was jetzt alles genau mit darf auf Trab.
Eigentlich wollte ich alles, was ich brauche in einen Handgepäckrucksack packen und mit so wenig wie möglich losziehen. Das hätte natürlich auch bedeutet, daß meine geliebte Nikonspiegelflexkamera zu Hause geblieben wäre….
Das erste Mal nur mit einer kleinen aber sehr, sehr guten Kompaktkamera zu reisen war der Plan.
Die Fotografin in mir hat mich die ganze Nacht vor dem Abreisetermin wachgehalten und mich genötigt die D 90 mitzunehmen.
Also habe ich alles umgepackt, und was nur als zusätzlicher Day-Rucksack geplant war, dient jetzt als 2. Gepäckstück im Handgepäck.
Aber gut – wahrscheinlich hätte ich in der Luft schon bereut, daß ich – fotografisch gesehen – „nackt“ bin. Jetzt habe ich sogar noch einen UV- und einen Polfilter dabei. How lucky I am…
Meine lieben Freunde Astrid, Heinz und Kristof haben mich zum Flughafen München begleitet. In bester Gesellschaft konnte ich dort meine letzten 2 Abschiedsbiere trinken. Dunkles Bier aus Bayern werde ich die nächste 2 Monate wahrscheinlich nicht mehr bekommen, aber die bevorstehende „Coconut-Flatrate“ tröstet mich.
Mit den Worten „Ich bin fertig mit dem Winter“ habe ich mich von der mitgebrachten Jacke getrennt, und nachdem Security-Check zum Gate begeben. Am liebsten hätte ich meine Freunde einfach mit eingepackt und mitgenommen aber das lag nicht in meiner Macht….
Glücklicherweise hatte ich einen Fensterplatz bekommen und so konnte ich fotografieren. Zum Start riss die verhangene Wolkendecke auf und mein Herz freute sich noch einmal am Anblick der wunderschönen bayrischen Landschaft.
Für den Langstreckenflug gab es von China Air einen Monitor mit aktuellen Flugdaten, Filmen oder Musik. Tolle Sache – dort kann man immer sehen, wo man sich gerade befindet.
Meine Sitznachbarin war eine junge Schweizerin, die in China arbeitet und im Laufe der Stunden unterhielten wir uns über alle möglichen Themen.
Als Vegetarierierin hatte ich vor Abflug Bedenken, ob es für mich auch etwas zu essen gibt. Bei der Essensausgabe gab es die Wahl zwischen Schweinefleisch oder Ente. Die Stewardess hat mir dann aber aus der Businessclass gemischstes Gemüse organisiert und so war alles gut :-). Seit Jahren nehme ich schon vor, einmal Ernest Hemingway zu lesen. Das Buch „Der alte Mann und das Meer“ konnte ich mir nun mit Muse genießen.
Nach ca. 9 Stünden setzten wir zum Landeanflug auf Peking an. Durch die Zeitverschiebung und die lange Dunkelheit befürchtete ich schon, daß es nicht mehr Tag wird, doch beim Landeanflug erschien das erste zarte Morgenrot.
Optimistisch wie ich nun mal bin, habe ich meine Jacke ja nicht mitgenommen.  In Peking war es ziemlich kalt – kälter als in Deutschland. Beim Ausstieg sah ich unter dem Flugzeug eine Chinesin mit einem dicken Schal, Handschuhen und Mundschutz. Ich winkte ihr zu – sie winkte zurück und dabei entstand ein Foto. Kurz erinnerte ich mich an meine lockere Aussage, daß der Winter für mich nun vorbei ist und vermißte meine Jacke.
An diesem Tag war mir das Glück jedoch hold und durch eine Glasfront schien die Morgensonne, die immer wärmer wurde und mich vor der Kälte schützte. Ich hoffte, die Zeit auf dem Flughafen mit der Arbeit an dem Blog zu überbrücken, leider ging aber das freie Internet am Flughafen nicht.
Die Sicherheitskontrollen waren sehr intensiv, obwohl ja schon in München alles gecheckt wurde, so konnte ich die Zeit auch wieder mit Aus- und Einpacken füllen.
Beim Weiterflug nach Bangkog hatte ich einen Sitznachbarn aus Schweden. Er flog nach Thailand um auf Blüten- und Orchideentour zu gehen. Er reiste um Pflanzen zu fotografieren und zu dokumentieren. Hier gab es auch wieder sehr interesannte Gespräche. Wie auch immer – Reisen bildet auf jeden Fall.
Nach ca. 5 Stunden kamen die ersten Lichter unter der Wolkendecke hindurch. Wir waren tatsächlich im Landeanflug auf Bangkog.
Da ich ja nur mit Handgepäck unterwegs bin, ging es sehr schnell, daß ich in das Imigration Office kam. In München hatte ich mir schon das Visa für 2 Monate im thailändischen Konsulat geholt. Das dazugehörige Formulare füllte ich schon im Flugzeug aus.
Ich war zwar schon einmal in Bangkog. Trotzdem wollte ich mich gleich nach der Ankunft nicht durch die öffentlichen Verkehrsmittel raten. Von Deutschland aus habe ich mir schon ein Guesthouse für 2 Tage gebucht, dorthin wollte ich mit dem Taxi fahren. Vor Abflug habe ich mich aber nicht so konkret über die Buchung eines Taxis informiert und verhielt mich erst einmal wie in Deutschland. Es waren viele Taxis unterwegs, die leer an mir vorbeifuhren. Ich hob einfach meine Hand und zeigte damit, daß ich mitfahren will. Außer mir verstand aber anscheinend keiner diese Absicht.
Um nicht komplett zur Comicfigur zu mutieren frage ich einen Securityman was ich anstellen muß, damit mich ein Taxi mitnimmt. Er meinte „You need a Ticket“. Diese Antwort hatte ich definitiv nicht erwartet. So frage ich ihn „How can I get a Ticket?“ und er zeigte mit dem Finger auf eine lange Schlange von Menschen, die an einem gelben Automaten standen, der von einem Mann bedient wurde.
Eine weitere Menschenmasse steuerte dieses Ziel auch an, und so beeilte ich mich noch vor Ihnen da zu sein. Der Mann am Automaten hatte die Aufgabe, für jeden Fahrgast ein Ticket herauszulassen. So kam auch ich bald an die Reihe und hatte einen Zettel auf dem eine geheimnisvolle „4“ stand. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite kamen und fuhren Taxis, die auf Stellplätzen unter einer Nummernanzeige parkten. Ich schlug mich also bis zur Nummer 4 durch. Ein paar Minuten nach mir kam ein Taxi und stellte sich auf den Platz. Das war also jetzt feierlich „meines“.
Dem Taxifahrer zeigte ich mein „Ticket“ und einen Ausdruck mit der Wegbeschreibung zum Gästehaus, die er sich länger anschaute. Er griff zum Telefon und rief dort an, um zu klären wo das jetzt genau ist. Er machte den Eindruck, das nun alles geklärt wäre.
Wir fuhren auf der Autobahn entlang und an zwei Stationen, die mit „Pass“ beschriftet waren hielt er an und bezahlte eine Gebühr. Sein English war etwas karg so unterhielten wir uns kaum. Vorbei an Hochhäusern, Nachtmärkten, bunten Foodständen und regen Treiben fuhren wir über eine winzig kleine Brücke und durch einen wirrwarr von immer kleiner werdenden Gassen.
Er bat mich erneut um den Zettel mit der Wegbeschreibung und griff wieder zum Telefon. Immer wieder sagte er „ah“ und „o.k.“. Ich bekam den Eindruck, daß das sehr schwer zu finden ist. Er stieg aus suggerierte mir, daß ich warten soll und verschwand in einer dunklen Gasse. Da stand ich nun ganz allein und beschloß ihm zu folgen. Das Taxi war gar nicht abgesperrt, und da ich alles nur auf den Rücksitz geworfen hatte, konnte ich mir mein Gepäck auch gleich wieder schnappen.
Er telefonierte noch einmal und tatsächlich standen wir nach kurzer Zeit vor dem Guesthouse. Ich war ihm sehr dankbar, daß er mich hierher gebracht hatte, bezahlte und bedankte mich herzlichst für seine nette Hilfe.
Die Frau von der Rezeption hatte bunte Ringelhandschuhe an, was mich erst einmal zum lachen brachte. Es war für Thailändische Verhältnisse kühl, aber Handschuhe?
Das Guesthouse hatte einen kleinen Innenhof und mein Zimmer zeigte sie mir in einem süßen kleinen Holzhaus im 1. Stock. Klein, schnucklig, sauber und für all meine Akkus mit 3 Steckdosen. Thanks to Universe !
Kurz loggte ich mich noch bei Facebook ein, um Bescheid zu geben, daß ich gut angekommen bin. Die Kao San Road ist vom Gästehaus ca. 10 min. zu Fuß entfernt. Meinen Rucksack lagerte ich im Zimmer und machte mich hungrig auf den Weg. Ich tauchte in eine kunterbunte Welt aus Musik, Geräuschen und Musik ein. Ein Essenstand nach dem anderen und offene Bars machten mir die Wahl schwer. Ohne Skrupel bestellte ich mir Gemüse mit Reis an einem fahrbaren Stand und danach gleich noch Frühlingsrollen.  Laute Life-Reggaemusik lockte mich. Es spielte eine junge Band und Menschen tanzten auf der Straße. Jetzt war es aber wirklich Zeit für mein erstes Singha-Bier in Thailand. Die letzte Nummer der Band filmte ich noch und verschmolz dann selbst tanzend mit der Menge, bis die Musik aus war.
Kein schlechter Start für die Reise finde ich.